
Der Festausschuss, mit Gemeindebrandinspektor Frank Burhenne (li.), kümmert sich um die Vorbereitung der Feierlichkeiten. Foto: Schreivogel
Hebenshausen. „Die heiße Phase hat begonnen“, freut sich Udo Rappe, Vorsitzender des Hebenshäuser Feuerwehrvereins. „Noch knapp ein Vierteljahr, bis wir unser Jubiläum – das 75-jährige Bestehen der heimischen Wehr – mit einem großen Fest feiern werden!“
Eine Uniformjacke aus dem Jahr 1936 ist der älteste Beleg, der vom eigenständigen, freiwilligen Brandschutz in Hebenshausen zeugt. „Zuvor hat es wohl eine Pflichtfeuerwehr gegen“, so Rappe weiter. „In der Festschrift der Witzenhäuser Kameraden wird über einen Brandmeister namens Julius Todt berichtet, der 1882 unter anderem für unseren Ort zuständig gewesen ist.

Lars Klein mit dem Beweis, dass es auch schon 1843 eine Feuerwehr in Hebenshausen gegeben hat. Foto: Privat
„Ein noch älterer Beleg für das Bestehen einer Wehr ist vor zwei Jahren im Rahmen der hiesigen Dorferneuerung entdeckt worden: „Während eines Treffens der Arbeitsgruppe kam es zu einem Gespräch zwischen Dieter Thiem und Norbert Vellmer“, erzählt Lars Klein, der sich für die Geschichte seiner Heimat sehr interessiert: „Thiem sagte, dass er im Kasseler Henschel-Museum mehrere Ledereimer mit der Aufschrift ,Hebenshausen 1843’ gesehen habe. Ein paar Wochen später war ich selbst in dem Museum wegen der Sache. Natürlich habe ich die Eimer fotografiert – als Beweis!“ Derzeit gehören zur Hebenshäuser Wehr etwa 140 aktive und passive Mitglieder.
„Eigentlich hätten wir das Jubiläum ja schon im letzten Jahr gefeiert“, erklärt Gemeindebrandinspektor Frank Burhenne: „Aber wir wollten dem Heimatfest keine Konkurrenz machen.“ Mit Festwirt Jörg Dörring (Albshausen) ist der Festausschuss neue Wege gegangen: „Er hat das beste Angebot abgegeben.“
Nach dem Auftakt, der alljährlichen Wanderung am 1. Mai, beginnt das Programm am Freitag, 4. Mai, um 18 Uhr mit einer Kranzniederlegung auf dem Friedhof; weiter geht’s um 20 Uhr mit einem Discoabend mit DJ Jan Tino. Der Samstag, 5. Mai, steht ab 12 Uhr im Zeichen des Gemeindefeuerwehrtags unter dem Motto „Feuerwehr erleben 2.0“ – in der Hoffnung, mit aktuellen Themen auch möglichst viele junge Leute anzulocken.
Dazu Frank Burhenne: „Hier wollen wir zeigen, wie eine moderne Feuerwehr arbeitet.“ Damit keine Langeweile aufkommt, lädt der Festausschuss um 19 Uhr statt zum Kommers zu einer „Jubiläumszeitreise“ ein; anschließend (20 Uhr) folgt ein Tanzabend mit der Band „Superjet“. Den Abschluss bildet am Sonntag, 6. Mai, ein Festfrühstück mit Frühschoppen. Für die musikalische Begleitung konnte der Festausschuss „Die Eichenberger“ verpflichten. Beginn: 11 Uhr.
Die Technik der Freiwilligen Feuerwehr Hebenshausen hat sich in den letzten Jahrzehnten immer weiter verbessert. Seit der Einweihung des neuen Feuerwehrhauses (1992) – im vorherigen Gebäude ist jetzt das Bürgermeisteramt untergebracht – verfügt die Wehr auch über ein modernes Löschfahrzeug LF8/6 mit Gefahrgutausrüstung. Erst vor kurzem übergab Udo Rappe einen Notfallrucksack an Benjamin Köhn, stellvertretend für die drei Sanitäter, die in der Wehr tätig sind. Er enthält einen Beatmungsbeutel mit Atemmaske zur Erstversorgung am Unfallort.
Außerdem erhielt Carsten Wentrot als Stellvertreter für die Einsatzabteilung eine neue Digitalkamera. Beides hat der Feuerwehrverein finanziert und zur Verfügung gestellt. Besonderer Verdienst der Hebenshäuser Wehr ist die Aktion „Rauchmelder retten Leben!“, die inzwischen in ganz Hessen und auch in anderen Bundesländern fortgesetzt wird. (sms)
Mehr Informationen gibt’s im Internet: www.feuerwehr-hebenshausen.de
„Alle Wehren werden alarmiert!“: Drei Fragen an GBI Frank Burhenne
Seit Frühjahr 2011 ist Frank Burhenne zum zweiten Mal Gemeindebrandinspektor (GBI) in Neu-Eichenberg. Dieses Amt hat er schon mal von 1998 bis 2004 ausgeübt; zuvor, ab 1995, war er drei Jahre lang Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Hebenshausen. Mit ihm sprach Marktspiegel-Mitarbeiter Sven Schreivogel.
Marktspiegel (MS): Als Gemeindebrandinspektor sind Sie für alle fünf Ortsteile von Neu-Eichenberg verantwortlich. Welche Voraussetzungen sollte man für diese Position mitbringen?
Burhenne: Zunächst sollte man die Feuerwehr und ihre Strukturen kennen sowie alle Lehrgänge abgeschlossen haben. Außerdem sollte man mit Menschen umgehen und im Team arbeiten können, auch in Bezug auf die anderen Wehren – nach dem Motto: „Einer für alle, alle für einen!“
MS: Folgendes Szenario: Es brennt an einem Mittwoch um 10.45 Uhr in Hebenshausen. Wieviel Feuerwehrkameraden sind einsatzbereit? Habt Ihr gegebenenfalls Hilfe aus anderen Ortsteilen oder den benachbarten Kommunen?
Burhenne: Im Brandfall werden alle fünf Ortswehren alarmiert, weil wir ja nicht wissen, wie viele Kameraden arbeitsbedingt nicht zuhause sind und wie viele für den Einsatz in Frage kommen. Aus Zeitgründen sollten auch möglichst viele Atemschutzträger aus den Ortsteilen anrücken. Falls es sich um einen größeren Brand handelt, würden wir noch die Nachbarwehren in Friedland und Witzenhausen zur Unterstützung hinzuholen.
MS: Dauerthema Nachwuchs: Mit welchem Ideen versuchen die Neu-Eichenberger Feuerwehren, Kinder und Jugendliche aus dem Gemeindegebiet für den Brandschutz zu interessieren? Wie verhält es sich mit erwachsenem Nachwuchs, zum Beispiel Leuten, die zugezogen sind?
Burhenne: Bei öffentlichen Veranstaltungen präsent sein, mit Leuten ins Gespräch kommen und ihnen zeigen, sprich: sie überzeugen, wie wichtig die Feuerwehr ist. Erklären, dass wir mit unserer ehrenamtlichen Tätigkeit anderen Bürgern helfen wollen. Im letzten Jahr konnte ich durch so eine Aktion zwei neue Mitglieder begrüßen. (sms)

