
(Stehend, v.li.) Johannes Schmid (Modul-Käufer), Helmuth Hoffmeister (stellv. Direktor), Idengeber Frank Viohl, Bürgermeisterin Angela Fischer, Erwin Schlecht (Modul-Käufer), Lothar Steinfeld (Schulleiter Johannisbergschule), (kniend, v.li.) Kay Voßhenrich (Vorstand Energiegewinner eG), Jörg Losemann (Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes, der ebenfalls Modul-Besitzer ist) und Henry Thiele (stellv. Landrat).
Witzenhausen. Am Mittwoch wurde die Bürgersolaranlage auf dem Dach der Johannisbergschule Witzenhausen offiziell eingeweiht (der MARKTSPIEGEL berichtete). Ideengeber Frank Viohl begrüßte im Eingangsbereich neben Bürgermeisterin Angela Fischer den stellvertretenden Landrat Henry Thiele, den CDU-Stadtverbandsvorsitzenden Jörg Losemann und Schulleiter Lothar Steinfeld.
Von der Betriebsgenossenschaft „Energiegewinner“ eG“ aus Köln, die das Projekt vorfinanzierten, war aus dem Vorstand Kay Voßhenrich erschienen, der erste Privat-Investoren wie Otto Kirsch aus Wendershausen oder Erwin Schlecht aus Witzenhausen vorstellte.
Die Energiegewinner eG habe sich im Oktober 2010 gegründet und in Witzenhausen ihr erstes Projekt verwirklicht, erklärte Voßhenrich: „Unser Ziel ist es, in ganz Deutschland Bürgersolaranlagen zu realisieren. Jeder kann Mitglied werden und sich nach seinem Ermessen an den Solarprojekten beteiligen.“
Insgesamt 612 Solarmodule fangen auf der Johannisberschule die Sonnenstrahlen ein. Die Energie wird von sieben SMA-Wechselrichtern ins Netz eingespeist. Wie Thiele berichtete, habe der Kreis als Eigentümer der Immobilie bislang zwei Hektar an Dachfläche für solche Projekte zu Verfügung gestellt. Mit wachsendem Erfolg: „Seitdem wir 2005 die erste Vermietung vorgenommen haben, wurde durch solche Anlagen die Leistung einer mittelgroßen Windkraftanlage erbracht.“
Die Nachfrage ist noch ein wenig zurückhaltend. Nur sehr vorsichtig tastet man sich an das Thema erneuerbare Energien heran, wie man an der Meinung des Privatinvestors Kirsch erahnen kann: „Die Dachneigung meines Hauses ist eher ungünstig, sodass ich dort keine Fotovoltaikanlage installieren kann. Trotzdem wollte ich mich am Umweltschutz beteiligen und etwas für meine Altersvorsorge tun. Ich wollte erstmal vorsichtig einsteigen, kaufte 15 Module. Wenn sich das Ganze positiv entwickelt, könnte ich mir vorstellen mehr zu kaufen.“
Initiator Viohl ist zuversichtlich, dass sich noch mehr Menschen an derAnlage beteiligen: „205 der 612 Module sind bereits von 15 Personen gekauft worden. Es muss erst ein gewisses Vertrauen in die Technik entstehen. Das braucht Zeit.“
Damit jeder weiß, wieviel Energie die Anlage liefert, können Tages-, Monats- und Jahresleistung unmittelbar hinter dem Haupteingang der Johannisbergschule auf einem Flachbildfernseher abgelesen werden.
Mehr Informationen zur Bürgersolaranlage erhalten Interessenten unter www.energiegewinner.de (klick!) oder beim Info-Abend am 26. August, 18 Uhr in der Aula der Johannisbergschule.
