
Gemeinsam für den Schutz Hann. Mündens gegen Fluglärm: Stadtplaner Siegfried Pflum, 2. Vorsitzender BI, Dr. Willbrand Krone, 1. Vorsitzender BI Hans Weichlein, Fachanwalt Matthias Möller-Meinecke und Bürgermeister Klaus Burhenne. Fotos: Privat
Hann. Münden. „Der Fluglärm über Hann. Münden ist durch die Wahl geeigneter Flugrouten und Flugverfahren zukünftig vermeidbar.“ Das Ergebnis dieser Prüfung von Rechtsanwalt Matthias Möller-Meinecke ist zugleich die Forderung der kürzlichen Mitgliederversammlung der „Bürgerinitiative Hann. Münden gegen den Ausbau des Flughafens Kassel-Calden und für Umwelt- und Naturschutz e.V.“
Der von den 65 anwesenden Mitgliedern einstimmig wiedergewählte Vorsitzende, Hans Weichlein, stellte einleitend die mit der Betriebsaufnahme des Regionalflughafens in Calden, wie er sagte, drohende Belastung der Bürger durch Fluglärm in den Abend- und Nachtstunden dar. Ursache sind nach seiner Feststellung nicht etwa Ferienflüge, sondern „die geplante Nutzung des Flughafens durch die Logistikbranche auch durch bislang nicht genehmigte weitere Nachtflüge.“
Bürgermeister Klaus Burhenne begründete in einem Grußwort die Interessen der Stadt und ihrer Bürger an einer gebotenen Vermeidung von Fluglärm. Dazu stellte er die Unterstützung der Bürgerinitiative durch die Stadtverwaltung in Aussicht.

Gut besuchte Mitgliederversammlung der BI gegen den Flughafen Kassel-Calden. Fachanwalt Matthias Möller-Meinecke und Stadtplaner Sigfried Pflum informierten zum Schutz gegen Fluglärm durch lärmmindernde Flugverfahren.
Stadtplaner Siegfried Pflum erläuterte in einem bebilderten Vortrag die Lage der Stadt Hann. Münden unter den Eindrehvorgängen und den Anflugrouten auf den derzeit im Bau befindlichen Regionalflughafen Calden und begründete die Bedeutung der Festlegung der Flugrouten und der Anflugverfahren für die zu erwartende Lärmbelastung in der Region.
Matthias Möller-Meinecke, Fachanwalt für Verwaltungsrecht, stellte in seiner Präsentation den „Schutz gegen Fluglärm durch Flugverfahren beim Regionalflughafen Kassel“ vor. Er kritisierte, dass für den Regionalflughafen die Planung lärmarmer Flugverfahren für den Instrumentenflug bislang fehle. Der Fluglärmanwalt stellte die technischen Möglichkeiten des Umfliegens von Siedlungsschwerpunkten beim Start sowie insbesondere beim Landen von Flugzeugen vor und erläuterte die rechtlichen Möglichkeiten zu deren Durchsetzung. Beim gekurvten Anflug könne auf ein Überfliegen des Stadtgebietes von Hann. Münden verzichtet werden und bei einem kontinuierlichen Sinkflug könne die Überflughöhe gesteigert und damit der Lärm erheblich gemindert werden.
Die Bürgerinitiative fasste einstimmig den Beschluss, das Regierungspräsidium und das Luftfahrtbundesamt zur Entwicklung lärmarmer Flugverfahren und Flugrouten beim Anflug auf Calden aufzufordern, und wird dazu in den kommenden Monaten Unterschriften unter eine Petition an den Hessischen Landtag sammeln.
